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Mehr als 100 Jahre Tradition

Das waren spannende Zeiten, als das Geschäft mit den Blumen der Familie Lederer im Kreuzviertel entstand: die städtische Bebauung endete vor 100 Jahren etwa an der Melchersstraße. Danach erstreckten sich Felder und Gärtnereien nach Norden, dazwischen Feldwege und einzelne Häuser – an eine Ringstraße für den  heute dichten Autoverkehr dachte damals noch niemand. Es war die Zeit, in der Andreas Bormann das etwa ein Hektar große Areal an der Wienburgstraße zunächst pachtete, um es später zu kaufen. Dass jene Gärtnerei und der Blumenhandel, den er damals aufbaute, heute in der vierten Generation immer noch seinen festen Platz im jetzt dicht besiedelten Norden der Stadt Münster haben sollte, konnte er nicht wissen.

 

"Mit Hand- und Pferdekarren fuhren meine Großeltern zum Wochenmarkt", erinnert sich Helmut Lederer an die Anfänge des Blumenhauses. Produziert und verkauft wurde vor allem Gemüse und Salate. "Besonders Gurken und Tomaten wurden damals gekauft", kann sich der heute 65-Jährige noch selbst an jene Zeit erinnern. Zunehmend waren aber auch Blumen begehrt – auch jene, die hierzulande noch exotisch waren. Und so verlagerte sich die Produktion nach dem Krieg immer mehr auf das Kultivieren von jungen Setzlingen zu verkaufsfähigen Pflanzen. Azaleen, Eriken und Kamelien wurden damals bereits aus Belgien oder Dresden importiert.

 

Generationen Generationen bei der Arbeit: Helmut Lederer mit Großvater Andreas Bormann in den Frühbeetkästen der Gärtnerei in den 1950er Jahren.

 

 "Neben einem breiten Angebot an Topf- und Schnittpflanzen war es auch schon damals wichtig, genau auf die Trends der Zeit zu achten", sagt Helmut Lederer. "Daran hat sich bis heute nichts geändert." Sein Großvater habe dabei ein besonderes "Näschen" bewiesen, als er sich auf das Treiben von Flieder spezialisiert habe. "Der weiße Flieder war etwas Edles – etwa so besonders wie später die Orchideen." Vor allem weil Großvater Bormann ihn unter Glas trieb und ihn schon im Februar verkaufen konnte. "Zu diesem Zeitpunkt blühte er in den Gärten der Kunden noch nicht."

 

Verkauft wurde der Flieder wie die vielen anderen Blumen aus den Gewächshäusern in erster Linie über den Großhandel, an Friedhöfe oder an die Geschäfte in der Stadt. "Nur eine kleine Menge ging auf den Markt oder wurde direkt in der Gärtnerei verkauft." Was erwirtschaftet wurde, wurde wieder in den Betrieb investiert."„Denn neue Blumen-Trends benötigten oft auch neue Techniken in den Gewächshäusern", so Helmut Lederer.

 

Familie Lederer Drei Generationen - ein Blumenhaus: Heidrun und Helmut Lederer mit ihren Töchtern und Schwiegersöhnen und ihren Enkelkindern.

 

Die zweite Generation mit Anneliese und Albert Lederer setzte ebenso darauf, diese Trends bedienen zu können und ließ den Betrieb weiter wachsen. Eine wichtige Veränderung war dann eine Reaktion auf die Veränderung des Blumen-Marktes mit dem überregionalen Angeboten besonders aus den Niederlanden. Helmut Lederer und seine Frau Heidrun entschlossen sich deshalb 1980 ein eigenes Blumengeschäft an der Wienburgstraße zu bauen und die Verkaufspalette um floristische Angebote, Dekorationsmaterial und Geschenkartikel zu erweitern.

 

Doch auch heute noch zieht Helmut Lederer viele Blumen dieses Angebotes in den Gewächshäusern und auf dem Freiland der Familie Lederer im Kreuzviertel selbst – gerade seine Rosen und Sommerblumen erfreuen sich jedes Jahr großer Beliebtheit. Um den Verkauf und die Floristik im Blumengeschäft kümmert sich seine Frau inzwischen gemeinsam mit Tochter Sabine. Schwiegersohn Sebastian Lederer hat das Angebot seit 2006 um Dienstleistungen im Garten- und Landschaftsbau erweitert. Insgesamt arbeiten mittlerweile acht Floristinnen, zwei Gärtner und drei Landschaftsgärtner in den drei Firmenbereichen.

 

Topfmaschine Enkel Nick Lederer hilft Gärtner Ulrich Liedtke (l.) und seinem Großvater Helmut Lederer bei der Abeit mit der Topfmaschine.

 

Und auch die fünfte Generation packt mittlerweile schon kräftig mit an. Wenn Helmut Lederer im Frühjahr tausende Beet – und Balkonpflanzen mit der Maschine topft, dann gibt es für seinen fünfjährige Enkel Nick nichts Schöneres, als mit seiner Schaufel zu helfen.